FSC® Anforderungen



FSC Anforderungen an die Produktkettenzertifizierung (COC)

Grundgedanke der Produktkettenzertifizierung (Chain of Custody) ist die lückenlose Rückverfolgung und Dokumentation des Warenflusses vom Endprodukt bis zum Ursprungsort im Wald.

Die Basis für die Zertifizierung von Händlern und Verarbeitungsbetrieben ist der Standard FSC-STD-40-004, in dem alle Anforderungen an den Betrieb definiert werden. Je nach Tätigkeiten und Struktur der Firma können weitere Richtlinien relevant werden.

Zentrale Anforderung der COC Richtlinie ist es sicherzustellen, dass für zertifizierte Produkte nur zulässiges Material verwendet wird und eine Vermischung mit unkontrolliertem Material ausgeschlossen werden kann. Wichtige Anforderungen sind dabei die Kontrolle der zertifizierten Lieferanten, die korrekte Deklaration auf den Produkten selber und auch auf Rechnung und Lieferschein. Das betrifft Verkauf und Einkauf gleichermaßen.
 


  

Die drei möglichen Zertifizierungsvarianten

A)Physische Trennung (Transfer System): Zertifiziertes Material wird strikt getrennt von unzertifizierten gelagert und verarbeitet. Die Trennung kann räumlich oder zeitlich erfolgen.

B) Prozentsystem: Für Produkte aus mehreren Bestandteilen mit einer definierten und konstanten Zusammensetzung (z.B. Möbel) dürfen maximal 30% des Gewichtes oder Volumens aus kontrolliertem (=nicht zertifiziertem) Material bestehen.

C) Bilanzierungssystem (Input-Output): Für Produkte mit schwankenden Anteilen von FSC Material (z.B. Spanplatten) ist der Nachweis des Warenflusses über die Berechnung einer Materialbilanz möglich. Für einen Zeitraum von maximal 12 Monate kann entsprechend der Menge, die gekauft und in das System als zertifiziert eingebucht wurde, auch ein entsprechender Anteil der Produktion als zertifiziert verkauft werden.

FSC unterscheidet verschiedene Materialkategorien und bietet zur Kennzeichnung der Produkte entsprechend auch verschiedene Logovarianten an. Je nach gewünschter Logovariante im Verkauf dürfen auch unterschiedliche Materialkategorien im Produkt enthalten sein. Und entsprechend der gewählten Produkte gelten wiederum unterschiedliche Anforderungen an den Betrieb zum Nachweis des Warenflusses.

MaterialkategorieFSC-Logovariante
„FSC 100 % 
Holz bzw. Holzfasern aus FSC-zertifizierten Wäldern aus einem Transfersystem (physische Trennung)
requirements
„FSC Mix x%“
 Materialmix aus einem Prozentsystem, wobei x die zugehörige Prozentbezeichnung an enthaltenem FSC Material darstellt (mindestens 70%).

„FSC Mix Credit“
Materialmix aus einem Bilanzsystem (Rechnerisch 100% FSC Anteil)



„FSC Recycled x%“
100 % Recyclingmaterial aus einem Prozentsystem, davon mind. 85% aus bereits gebrauchtem wiedergewonnenen Material (Post-consumer), der Rest aus Produktionsresten von wiedergewonnenem Material (Pre-consumer).

„FSC Recycled Credit"
Recyclingmaterial aus einem Bilanzsystem (Rechnerisch 100% Anteil an bereits gebrauchtem wiedergewonnenem Material / post consumer)





Neben den drei Kategorien für zertifiziertes Material wird unzertifiziertes Material nochmals nach „kontrolliert“ und „nicht kontrolliert“ unterschieden. Für die Kontrolle von unzertifizierten Material gibt es zusätzliche Richtlinien. FSC Produkten darf nur kontrolliertes Material beigemischt werden. Nicht FSC-zertifiziertes Material gilt ebenfalls als „nicht kontrolliert“, z.B. PEFC zertifiziertes Material.


Übersicht über die wichtigsten FSC Standards

  • FSC POL 40-002: Gruppenzertifizierung (Zusammenschluss kleiner, unabhängiger Betriebe)
  • FSC STD 40-003: Multi-Site Standard (Betriebsstätten mit mehreren Standorten)
  • FSC STD 40-004: Produktkettenzertifizierung (Händler und Verarbeitungsbetriebe)
  • FSC STD 40-005: Controlled Wood (Kontrolliertes Holz)
  • FSC STD-007: Recycling (Verwendung von Recycling-Material für die zertifizierte Produktion)

Multi-Site Standard: STD-40-003
Für große Firmen mit mehreren Filialen, z.B. ein Sägewerk mit mehreren Standorten ist eine sogenannte Multi-Site Zertifizierung relevant. Die Zentrale ist hierbei für die Umsetzung der Richtlinien im Gesamtbetrieb verantwortlich und muss dies durch kontinuierliche interne Kontrollen der verschiedenen Standorte sicherstellen. Die externe Kontrolle erfolgt durch eine jährliche Kontrolle der Zentrale und einer Stichprobe der teilnehmenden Standorte.

CoC Gruppe: POL-40-002
Ähnliche Anforderungen gelten für eine Gruppenzertifizierung, hier schließen sich mehrere juristisch unabhängige Betriebe für die Zertifizierung zusammen. Dies ist allerdings nur für kleine Betriebe zulässig (max. 15 Mitarbeiter bzw. max. 25 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz bis zu 1 Mio US $). Dazu wird eine Gruppenleitung bestimmt, welche für die Kontrolle der Gruppenmitglieder verantwortlich ist. Die externe Überprüfung erfolgt analog zur Multi-Site Zertifizierung jährlich durch eine Stichprobe. Dieses Modell eignet sich z.B. für in einem Verband organisierte Handwerksbetriebe.

Recycling Material: STD-40-007
Wenn unzertifiziertes Recycling-Material für die zertifizierte Produktion verwendet werden soll, gibt es die Möglichkeit einer Kontrolle der Lieferkette durch den zertifizierten Betrieb gemäß dieser zusätzlichen Richtlinie. Es wird dabei zwischen Material von bereits genutzten Endprodukten (Post-consumer - Verpackungen, Bau-und Abrissschutt etc.) und Materialresten aus dem Produktionsprozess (Pre-consumer - Industrierestholz, beschädigte Ware, Zuschnittsreste, etc.) unterschieden. Diese Zuordnung muss im Einkauf möglich sein, gegebenenfalls wird dabei auch eine Prüfung Ihrer Lieferanten vor Ort notwendig.
 

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